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Mit Cremes, Zäpfchen und Training das Liebesleben aufrechterhalten

Redaktion selbertun.at

Foto: Becca Tapert/Unsplash
Mit diesen Tricks können Frauen unangenehme und schmerzhafte Verklebungen, Verkürzungen und Verengungen der Scheide nach einer Strahlentherapie im Beckenbereich verhindern oder zumindest lindern.

Treten bei Patientinnen Tumore im Beckenbereich auf, wird bei einer Strahlentherapie meist auch die Vagina mitbestrahlt.

Innerhalb des ersten Jahres nach der Strahlentherapie sind auch Verkürzungen, Verengungen und Verklebungen der Scheide möglich. Sehr häufig kommt es auch zur Scheidentrockenheit.

Aufgrund der geschwächten Abwehrfunktion der Scheidenschleimhaut kann es vermehrt zum Auftreten von Infektionen kommen.

Erfreulicherweise gibt es schon während der Bestrahlung Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um diese Nebenwirkungen deutlich zu lindern und gleichzeitig Ihr Liebesleben zu schützen:

Scheidenpflege

Bereits während der Strahlentherapie können Sie Cremes, Zäpfchen und Salben verwenden. Diese Scheidenpflege sollten Sie bis mindestens ein Jahr nach Ende der Strahlentherapie in Intervallen, z. B. 2-3 Mal pro Woche durchführen!

Dazu stehen Ihnen grundsätzlich zwei Arten von Präparaten zur Verfügung:

  • Östrogenhaltige Präparate werden bei hormonunabhängigen Tumoren eingesetzt (z.B. Krebs von Gebärmutterhals, Mastdarm, Rektum, Blase, Scheide und Damm). Zum Einsatz kommen die Wirkstoffe Estriol („Ovestin-Creme 30 g“, „Ovestin Ovula 0,5 mg á 15 Stk.“) oder Estradiol („Linoladiol Estradiol Emulsion“).

    Das richtige Präparat erhalten Sie ausschließlich von Ihrer behandelnden Onkologin/Ihrem behandelnden Onkologen!

  • Neutrale (= hormonfreie) Präparate stehen ebenfalls zur Verfügung. Hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die Sie durchprobieren und in weiterer Folge auch jahrelang ohne Nebenwirkungen anwenden können. Zur Auswahl stehen unter anderem Vaginalkapseln zum Wiederaufbau der Scheidenflora, Vaginalgele zur Befeuchtung, aber auch Heilsalben. Eine Übersicht finden Sie in der Broschüre „Strahlentherapie im Unterbauch“, die Sie hier als PDF herunterladen können.

Training mit Vaginaldilatatoren

Patientinnen, die sexuell aktiv sind und regelmäßig Verkehr haben, sorgen „automatisch“ etwaigen Verengungen oder Verklebungen vor, da die Scheide immer wieder gedehnt wird. Wichtig beim Sex ist die Verwendung von Gleitgel, da die Bestrahlung meist zu Scheidentrockenheit führt. Sex ist übrigens auch während der Strahlentherapie möglich. Eine Liebespause sollte nur einlegt werden, wenn beispielsweise Entzündungen auftreten oder der Verkehr unangenehm und schmerzhaft wird.

Für Patientinnen, die derzeit sexuell nicht aktiv sind, aber dies in Zukunft wieder werden möchten, sind Vaginaldehner („Vaginaldilatatoren“) hilfreich. Diese Zylinder aus Plexiglas oder Kunststoff werden mit Gleitgel angewendet. Das Training erfolgt in kreisenden Bewegungen am besten täglich für ca. 5 Minuten. Anbieter für Vaginaldehner finden Sie ebenfalls in der Broschüre „Strahlentherapie im Unterbauch“ (PDF-Download).

Vier Tipps für betroffene Frauen

  1. Sag es offen!

    Zugegeben, gerade bei intimen Themen fehlen einem oft die Worte, um das zu beschreiben, was man sagen möchten. Zögern Sie trotzdem nicht Ihre Fragen dem behandelnden Arzt bzw. der behandelnden Ärztin zu stellen. Es geht um Ihr Liebesleben und Ihr Wohlbefinden. In der Regel wird Sie sogar Ihre Onkologin/Ihr Onkologe auf derartige Nebenwirkungen der Strahlentherapie aktiv ansprechen.

  2. Liebe deinen Körper!

    Gehen Sie mit Ihrem eigenen Körper sorgsam, liebevoll und geduldig um. Setzen Sie sich nicht unter Druck.

  3. Bleibe im Gespräch!

    Eine Krebsdiagnose erschüttert oft das Selbstwertgefühl und verunsichert. Hilfreich ist es, im Gespräch zu bleiben – sowohl mit dem Partner als auch mit den betreuenden Ärztinnen und Ärzten (sowohl StrahlentherapeutInnen als auch GynäkologInnen), dem speziell geschulten Pflegepersonal, sowie klinischen PsychologInnen.

  4. Hab keine Scheu, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen!

    Bei starkem Leidensdruck kann in vielen Fällen eine begleitende psychotherapeutische oder sexualtherapeutische Unterstützung helfen, die Herausforderungen, die eine onkologische Therapie mit sich bringt, zu meistern!

Themen: Pflegeexperten
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