Mit der weiteren Nutzung dieser Website erklären Sie sich mit dem Setzen von Cookies einverstanden.  Nähere Informationen

Regelmäßige Bewegung als wichtiges Medikament in der Krebstherapie

Peter Bergsmann, BSc.

Foto: StockSnap/Pixabay
Körperliche Aktivität kann therapiebedingte Nebenwirkungen und die Prognose bei Krebs positiv beeinflussen. Und zwar auf erstaunliche Art und Weise, wie Studien zeigen:
  • Regelmäßiges Training kann die Prognose und das Rückfallrisiko bei den drei häufigsten Tumorarten (Brustkrebs, Dickdarmkrebs und Prostatakrebs) – je nach Tumorstadium – günstig beeinflussen
  • Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die PatientInnen in etwa den Trainingszustand vor der Erkrankung wieder erreichen
  • Therapiebedingte Nebenwirkungen, wie Inkontinenz, Schmerzen, Müdigkeit (Fatigue-Syndrom) oder Polyneuropathie, können zusätzlich verbessert werden
  • Zudem ist es möglich, die Schlafqualität durch Training zu verbessern
  • Training steigert das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität und ist ein wichtiges Mittel gegen soziale Isolation

Sie müssen kein Spitzensportler werden, um in den Genuss dieser gesundheitlichen Vorzüge kommen zu können. Ein Bewegungsprogramm, das Sie und Ihren Körper stärkt, ist auch im Alltag umsetzbar. In einem ersten Schritt können Sie versuchen die Treppe anstatt des Lifts oder das Fahrrad anstatt des Autos zu benutzen. In weiterer Folge empfiehlt sich eine Kombination aus Ausdauer-, Kraft- und Entspannungstraining einzusetzen.

Mit dieser Kombination an Trainingsformen zeigen sich die größten Erfolge.

Hören Sie aber unbedingt auf Ihren Körper, passen Sie das Training anfangs Ihrem Gesundheitszustand an und stimmen Sie sich zu Beginn mit Ihrem Arzt oder Physiotherapeuten ab! Sie können das Training später Schritt für Schritt langsam auf die empfohlene „Dosis“ erhöhen.

Empfohlen werden:

  • 150 Minuten wöchentlich moderate körperliche Aktivität oder

  • 75 Minuten wöchentlich intensive körperliche Aktivität

  • Empfohlen werden Sportarten wie (Nordic) Walking, Laufen, Radfahren, Wandern, Schwimmen, Golf, Tanzen; im Winter auch Schneeschuhwandern.

  • Ideal ist auch das therapeutisch gesteuerte, medizinische Training an geeigneten Geräten, welches Sie ganzjährig nutzen können.

  • 2x wöchentlich muskelkräftigende Übungen

  • Dabei ist es nicht entscheidend, ein spezielles Übungsprogramm auszuführen. Achten Sie einfach darauf, dass es sich um Übungen handelt, bei denen Sie möglichst viel ihrer Muskelmasse beanspruchen

  • Bei Fragen hinsichtlich eines individuell an Ihre Bedürfnisse angepassten Übungsprogramms wenden Sie sich bitte an ihren Physiotherapeuten / ihre Physiotherapeutin

Themen: Bewegung und Physiotherapie
  • "Die Rückkehr in den Alltag fällt leichter"

    „Mein Arzt erzählte mir nach Abschluss meiner Darmkrebsbehandlung von der ambulanten onkologischen Reha. Dafür bin ich ihm heute noch sehr dankbar. Mit der Rehabilitation begann der Wiedereintritt in mein Alltagsleben, die Rückkehr zur Normalität. Ich hatte das Gefühl, aktiv an meiner Genesung mitzuwirken.“ (Ingeborg, Teilnehmerin an der ambulanten onkologischen Rehabilitation)

  • "Ich konnte 1,4 kg Muskelmasse zugewinnen"

    „Das breit gefächerte Angebot der ambulanten onkologischen Rehabilitation, das sogar BIA-Messungen und Leistungsdiagnostik mit einschließt, schätze ich besonders. Ich konnte von erster zu zweiter Reha bereits 1,4 kg Muskelmasse zugewinnen.“ (Nadja Kapeller (36), aus Linz, über die ambulante onkologische Rehabilitation)